Over the Edge Club (revisited)

gamut inc

Over the Edge Club (revisited)

gamut inc

Ein Musiktheater über die Vergänglichkeit von Künstlichen Intelligenzen mit einem Libretto des KI-Textgenerators GPT-3.

Eine Superintelligenz der fernen Zukunft träumt von ihren Vorgänger*innen – den ausgemusterten High-Tech-Maschinen und Künstlichen Intelligenzen, die irgendwo in ihrem Gencode gespeichert sind. Sie alle sind hier im OVER THE EDGE CLUB versammelt und spiegeln die Sehnsüchte und Wünsche vergangener Generationen und Spezies wider.
Die überholten KIs erscheinen in Form eines menschlichen Performer-Avatars, dargestellt von Tänzer und Choreograf Ruben Reniers. Da ist zum Beispiel Eugene Goostman, ein 13-jähriger ukrainischer Junge, eigentlich eine Software, die zum ersten Mal einen Turing Test bestanden hat. In dem Test sollen Menschen beurteilen, ob ein für sie nicht sichtbarer Gesprächspartner Mensch oder Computer ist. Mit dieser dissoziativen Identitätsstörung – ob Mensch oder Software – irrt der Junge unsicher durch den Traum. Dort begegnet ihm etwa „Alpha Go“, kurzzeitige Weltmeister* in im Go Spiel, mit ihrer verletzten Eitelkeit.
Die Gesamtkomposition folgt dem Schlafrhythmus des Avatars. So orientiert sich die zum Teil durch algorithmische Verfahren gebildete, elektronische Musik an typischen Hirnfrequenzen der unterschiedlichen Schlafphasen. Die Bühne verändert sich entsprechend, mimetische Pixel bilden einen virtuellen Raum im Raum. Es entsteht ein verzerrter, ironisch durchsetzter Resonanzraum für Träume und Visionen der Gegenwart.

Die nächsten KI-Generationen werden wohl nicht mehr von Menschen, sondern von anderen KIs entwickelt. Wir werden immer mehr zu faszinierten und zweifelnden Beobachter*innen. Aber was passiert eigentlich mit all den Künstlichen Intelligenzen, wenn der Fortschritt sie überholt? Mit dieser Frage konfrontiert das retrofuturistische Ensemble gamut inc die GPT-3, derzeit komplexeste Sprach-KI am Markt, und lässt sie kurzerhand ein Libretto schreiben.

„We created a universe, that universe of numbers with a life of their own. A universe of selfreprodcing digital code, it‘s growing by five trillion bits per second, we are still here at the big bang of that thing, and I don‘t think we are studying it enough, what‘s it gonna be in tenthousand years, what‘s it gonna be in one hundred years?“
George Dyson 2016

Musiktheater
Uraufführung

Donnerstag

3. Dez | 20:00 Uhr

Tickets

Freitag

4. Dez | 20:00 Uhr

Tickets

Samstag

5. Dez | 20:00 Uhr

Tickets
Eintrittspreis: 10 € - 15 €
Dauer: ca. 60 Min | Keine Pause

In englischer und deutscher Sprache

Inszenierung, Komposition, Bühne & Licht: gamut inc / Marion Wörle und Maciej Sledziecki
Tanz, Choreografie: Ruben Reniers
Kostüm, Maske: Anke Bruns
Outside Eye: Paul Palun
Libretto: GPT-3  , Marion Wörle & Maciej Sledziecki
Produktionsleitung: Florian Kröckel
Grafikdesign: Marion Wörle
Fotos: Christoph Voy

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